Executive Summary
- Laut Bitkom beschäftigen 69 Prozent der Unternehmen mit IT‑Stellen Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger (31 Prozent häufig, 38 Prozent vereinzelt).
- 39 Prozent der Unternehmen planen, künftig verstärkt auf Quereinstieg zu setzen; 51 Prozent gewichten praktische IT‑Kenntnisse höher als formale Abschlüsse.
- Die Befragung erfolgte laut Bitkom bei 602 Unternehmen (davon 319 mit IT‑Stellen) im Zeitraum KW 18 bis KW 25 2026.
- Bitkom nennt Maßnahmen zur Förderung von Weiterbildung und Quereinstieg, etwa persönliche Budgets und geförderte KI‑Weiterbildungsbudgets.
Was ist passiert?
Fakten: Laut einer Pressemeldung des Digitalverbands Bitkom ergab eine repräsentative Umfrage unter 602 Unternehmen ab drei Beschäftigten in Deutschland, davon 319 mit IT‑Stellen, dass 69 Prozent dieser Unternehmen Quereinsteiger in IT‑Funktionen beschäftigen. 31 Prozent gaben an, dies häufig zu tun, 38 Prozent nur vereinzelt. Darüber hinaus nannten die Befragten, dass 39 Prozent in den kommenden Jahren verstärkt auf Quereinstieg setzen wollen und dass für 51 Prozent praktische IT‑Kenntnisse wichtiger sind als formale Abschlüsse.
Einordnung: Die Studie listet verschiedene Herkunftspfade: berufspraktisch erworbene IT‑Kenntnisse, Bootcamps, autodidaktisches Lernen oder abgeschlossene beziehungsweise nicht abgeschlossene Ausbildungen und Studiengänge. Bitkom verweist zudem auf Empfehlungen zur Förderung von Weiterbildung und spezifischen KI‑Weiterbildungsbudgets.
Empfehlung: Prüfen Sie die Bitkom‑Ergebnisse im Detail für Ihre Branche und sammeln Sie interne Daten zu vorhandenen Quereinsteigerprofilen, bevor Sie Rekrutierungsstrategien anpassen.
Warum ist das relevant?
Fakten: Die Mitteilung weist darauf hin, dass in Deutschland weiterhin ein hoher Bedarf an IT‑Fachkräften besteht und dass KI‑Kompetenzen an Bedeutung gewinnen. Bitkom nennt deshalb Weiterbildung und Quereinstieg als Handlungspfade.
Einordnung: Wenn Unternehmen praktische Kenntnisse stärker gewichten und Quereinstieg verbreitet ist, verändert das Einstellungs‑ und Qualifizierungsbild in der IT: Arbeitsmarktengpässe lassen sich nicht nur über formale Bildungswege lösen, sondern auch über gezielte Rekrutierung und Qualifizierung von Talenten aus anderen Berufen.
Empfehlung: Entscheider sollten interne Kompetenzlücken analysieren und prüfen, wo praxisorientierte Qualifikationen bereits ausreichen oder durch gezielte Weiterbildung ergänzt werden können.
Was bedeutet das für den Mittelstand?
Fakten: Die Umfrage umfasst Unternehmen ab drei Beschäftigten, weshalb die Ergebnisse auch für kleine und mittlere Unternehmen relevant sein können. Bitkom nennt mögliche Fördermaßnahmen wie persönliche Weiterbildungsbudgets und geförderte KI‑Weiterbildungsbudgets für KMU sowie Quereinstiegsprogramme und Bootcamps.
Einordnung: Für Mittelständler bieten Quereinsteiger eine Möglichkeit, den IT‑Fachkräftebedarf flexibler zu decken, ohne ausschließlich auf klassische IT‑Ausbildungen oder -Studiengänge angewiesen zu sein. Gleichzeitig bleibt die Beschäftigung von Fachkräften mit IT‑Ausbildung weit verbreitet, sodass hybride Personalstrategien sinnvoll erscheinen.
Empfehlung: Mittelständische Entscheider sollten eigene Einstellungsrichtlinien und Weiterbildungsangebote prüfen, interne Entwicklungspfade für Quereinsteiger schaffen und Fördermöglichkeiten für KI‑ und IT‑Weiterbildungen gezielt nutzen.
Passend dazu: KI-Readiness-Check
Empfehlung von Future AI Solutions
Fakten: Die Bitkom‑Ergebnisse legen nahe, dass Quereinstieg und praxisorientierte Qualifikationen eine wachsende Rolle spielen und dass Förderinstrumente für Weiterbildung in der Diskussion stehen.
Einordnung: Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ist es für Mittelständler strategisch sinnvoll, Personal‑ und Weiterbildungsprozesse anzupassen, um Fachkräftelücken flexibel zu schließen und KI‑Kompetenzen aufzubauen.
Empfehlung: Future AI Solutions empfiehlt pragmatische Schritte:
- Audit: Erfassen Sie intern vorhandene IT‑Aufgaben und die benötigten Kompetenzen; identifizieren Sie Positionen, die von Quereinsteigern besetzt werden können.
- Pilotprogramme: Starten Sie kleine, strukturierte Quereinstiegs‑ oder Upskilling‑Programme (z. B. interne Traineeships, Mentoring, praktische Projekte) und messen Sie deren Ertrag.
- Weiterbildungsbudget: Prüfen Sie die Einführung persönlicher Weiterbildungsbudgets und die Nutzung externer, zielgerichteter Angebote (Bootcamps, zertifizierte Kurse) insbesondere für KI‑Themen.
- Kooperationen: Bauen Sie Partnerschaften mit Bildungsanbietern und geförderten Programmen auf, um Rekrutierungswege zu diversifizieren.
- Messen und anpassen: Dokumentieren Sie Einstellungs‑ und Entwicklungserfolge und passen Sie Prozesse iterativ an.
Diese Maßnahmen orientieren sich an den von Bitkom beschriebenen Entwicklungen und helfen, Risiken beim Personalaufbau kontrolliert zu reduzieren.
